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André Chénier bei Minusgraden

Spiel auf dem See trotzt auch tiefsten Temperaturen

André Chénier im Schnee 01
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André Chénier im Schnee 02
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André Chénier 47
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Bregenz, 02.02.12. Wer rastet der frostet - so lautet normalerweise auch in den Wintermonaten die Devise für die Seebühne der Bregenzer Festspiele. Denn selbst während der kalten Jahreszeit ist die Kulisse der Oper André Chénier regelmäßig im Einsatz.

 

Bewegungsrunde nur bei Plusgraden

Die sehr tiefen Minustemperaturen machen den Bregenzer Technikern im Moment allerdings einen Strich durch die Rechnung: Vierzig Grad Temperaturunterschied herrschen bei bis zu zweistelligen Minusgraden im Vergleich zu einer Opernaufführung an einem lauen Augustabend: "Normalerweise simulieren wir alle 20 Tage technisch eine komplette Opernaufführung. Dieser Tage wäre mal wieder eine solche 'Bewegungsrunde' fällig gewesen, doch die tiefen Temperaturen würden unter anderem der Hydraulik, die den 60 Tonnen schweren Kopf nach hinten klappt, schaden. Also warten wir lieber, bis es wieder Plusgrade hat", erläutert See-Bühnenmeister Manfred Achberger.

 

Bei "Seegfrörne" Kettensäge

Der Rest des Bühnenbilds ist vollkommen wetterfest - schließlich ist die Konstruktion ja darauf ausgelegt, zwei Sommer lang spektakuläre Oper am Bodensee zu bieten. "Die klimatischen Bedingungen des Winters sind von vorneherein miteinkalkuliert, auch solche Spitzenwerte wie im Moment", sagt Achberger. Einzig bei einer 'Seegfrörne", wenn also der Bodensee zufrieren würde, was statistisch alle 100 Jahre passiert und zuletzt 1963 der Fall war, müssten wir per Kettensäge das Eis rund um die Bühne entfernen, um den Druck auf die Konstruktion zu verringern. Alle anderen eventuell anfallenden Reparaturen werden wir dann im Frühjahr erledigen."

 

Sommervorbereitungen im warmen Festspielhaus

Dem Kartenvorverkauf und all den anderen Vorbereitungen für die Festspielsaison 2012 tut das kalte Wetter hingegen in den warmen Büros des Festspielhauses keinen Abbruch: Denn auch wenn es klimatisch gerade nicht den Anschein haben mag, gedanklich stecken die Mitarbeiter schon längst tief im nächsten Sommer - dann, wenn mit der Premiere der Wiederaufnahme von André Chénier am 19. Juli Umberto Giordanos meisterhafte Revolutionsoper am Bodensee in ihre zweite und letzte Runde gehen wird.



(bk/red.)