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Kritikenspiegel "Die Passagierin"

Pressestimmen zur Oper im Festspielhaus

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Stand: 18.10.2010 


New YorkTimes und International Herald Tribune

Written in Soviet Union and shelved for decades, ‘Passenger’ is poignant. […] The musical and dramatic climax comes when Martha’s fiancé, Tadeusz, a violinist, is forced to play the commandant’s favorite waltz […]. […] In any case, the work was brilliantly served by David Pountney’s production.

 

Telegraph, London

With a compelling dramatic crescendo and breathtaking moments of truth. Rating: ***** […] The Passenger is a masterpiece. […] Sung in German and Russian, the Bregenz performances were superbly cast and excellently conducted by Teodor Currentzis.


Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kann die Hölle von Auschwitz künstlerisch so verwandelt, verschönert und verkleinert werden, dass sie in einen Opernabend hineinpasst, mit Arien, Soli, kontemplativen Ensembles und Freiheitschören? David Pountney und sein Inszenierungsteam beantworten diese Frage mit einem klaren „Ja“. […] Wie geschaffen zum Singen die Vokalpartien, wenn auch rhythmisch nicht immer leicht. Streng durchkonstruiert das Stück, die schnelle Abfolge knapper Szenen erzeugt einen Sog nach vorwärts. Und obgleich es lärmend losgeht mit einem Angriff der Schlagzeugbatterie in Quintolen und Triolen, so überwiegen dann doch unerwartet die Stille und Sparsamkeit eines Kammerspiels. […] Etwas unerträglich Bitteres hat diese Oper, zugleich etwas unerträglich Süßes. Bitter ist die Lakonie, mit der Libretto und Musik festhalten, wie die Täterin sich um Kopf und Kragen redet, nicht begreift, warum sie schuldig sein soll. Unerträglich schön sind die sich ins Unendliche ausweitenden Ensembleszenen im Lager, wenn die Frauen sich hinausträumen in ein besseres Leben. […] Mag sein, dass Die Passagierin gar nicht die erste „Auschwitz-Oper“ ist – aber ein Meisterwerk. Warum hat das so lange gedauert, bis das jemand merkte?


Die Welt Kompakt, Berlin

Mit dramatischer Wucht erklingt ein autonomes Kunstwerk. Eines, von dem die Welt bisher nichts wusste. Dabei wurde diese Oper schon 1968 beendet. […] Weinberg saß zwischen den Stühlen und wurde vergessen. Nun könnte die Wiederentdeckung zu einem Triumphzug werden. Die Bregenzer Festspiele setzten jetzt einen Schwerpunkt für diesen aus der Zeit Gefallenen. Bei den Opern „Die Passagierin“ und „Das Portrait“ darf man von den wohl wichtigsten Entdeckungen der letzten Jahre sprechen.


Neue Zürcher Zeitung

In Bregenz verfolgt der Intendant David Pountney eine realistische Lesart der Geschichte. Dafür hat ihm Johan Engels im Festspielhaus eine klar strukturierte Bühne mit der weissen Schiffswelt oben und der dunklen Lagerwelt unten eingerichtet. Eine kommentierende Rolle ist dem Chor (Prager Philharmonischer Chor) zugewiesen, der zusammen mit den Protagonistinnen (Elena Kelessidi, Svetlana Doneva und Michelle Breedt) die Aufführung zum packenden Erlebnis macht. Die Passagierin ist aber auch eine Oper über das Bewahren von Menschenwürde unter widrigsten Umständen […].


Financial Times Deutschland, Hamburg über die Premiere in Warschau

Die Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen, die auch in London und Madrid zu sehen sein wird ist nun in Warschau angekommen und bestätigt den 1996 verstorbenen Komponisten Mieczyslaw Weinberg als sensationelle Entdeckung: Fulminant verwebt er Jazz, Folklore und tonmalerische Musik.


Süddeutsche Zeitung, München

Was für ein Fund! Die Bregenzer Festspiele […] entdecken eine 42 Jahre alte Oper von einer grandiosen Wucht, Drastik und ganz und gar eigenen Schönheit und bringen sie in beispielhafter Art und Weise auf die Bühne. Das klingt fast wie ein Wunder – und ist doch nur harte Arbeit. […] Diese Musik fräst jedes Wort ins Hirn des Zuhörers, die Wirkung ist beklemmend, unmittelbar psychosomatisch. Diese Oper ist ein Meisterwerk. Und David Pountney verbeugt sich vor ihr. […] Pountney macht echtes, stimmiges Theater, alle Solisten sind ein Traum. Dirigent Teodor Currentzis führt die Wiener Symphoniker zur Höchstleistung.


Südkurier, Konstanz

Eine hervorragend besetzte Sängerriege samt dem ausgezeichneten Prager Philharmonischen Chor tragen zum Gelingen bei. Und Teodor Currentzis am Pult der Wiener Musiker setzt die Partitur musikalisch derart fulminant um, dass man alles drumherum vergisst und sich anschließend nur noch fragt, wie ein solcher Komponist fast vollständig in Vergessenheit geraten konnte. Gut, dass die Bregenzer Festspiele ihm in diesem Jahr einen Schwerpunkt widmen.


Die Presse, Wien

Im Takt der Maschine des Mordens [...] fulminante Wiener Symphoniker unter der feurigen, bei allem Hang zu weit rudernder Zeichengebung höchst kontrollierten Leitung des jungen Russen Teodor Currentzis. [..] Partisanin Katja, die Svetlana Doneva mit herzzerreißend schönem Gesang zur heimlichen Hauptrolle macht. [...] wunderbar verbindendes Bühnenbild.


Der Tagesspiegel, Berlin

David Pountney inszeniert in weichen Brauntönen (Kostüme: Marie Jeanne Lecca) eine Elegie, kein Drama. [...] Betörend die Frauenstimmen, denen Weinberg immer wieder lyrische Episoden schafft.
[...] Im Vorfeld hatte Dirigent Teodor Currentzis erklärt, die altbackene Musik von Schostakowitschs Schülern passe nicht zu seinen Interessen, aber sein Widerstand ist offensichtlich produktiv geworden, äußerst präzise und konzentriert wird mit den Wiener Symphonikern die effektvolle Partitur seziert.


Stuttgarter Zeitung

In Bregenz entfaltet der junge Dirigent Teodor Currentzis, der 2006 schon die konzertante Uraufführung in Moskau geleitet hat, die Partitur mit den Wiener Symphonikern als ebenso subtile wie erschütternde Studie über die menschlichen Abgründe. Auch die Sänger bieten überragende Leistungen.


Musicalamerica.com

By far the most important event was the world stage premiere of The Passenger […]. It is, indeed, a great undiscovered masterpiece and is already scheduled for subsequent performances in Warsaw, London, and Madrid with negotiations underway to bring it to New York. […] The opera is everything Shostakovich says it is and, in Pountney’s staging, an overpowering emotional experience. […] Among a large, dedicated cast, Elena Kelessidi as Martha and Michelle Breedt as Lisa gave heroic performances on extraordinarily draining roles […]. Also outstanding were Artur Rucinski as Tadeusz and Roberto Saccá as Walter. Leading the Wiener Symphoniker, Teodor Currentzis more than made a case for The Passenger to take its rightful place among the great operas of the 20th century.


Schwäbische Zeitung, Leutkirch

So bewegt verlässt man eine Opernaufführung selten: nicht nur die Thematik der Oper, sondern die Gesamtheit der Inszenierung von David Pountney im Zusammenwirken von Musik, Bühne und Licht entwickelt eine ungeheure Sogkraft. Die facettenreiche Musik Weinbergs und die berührende Geschichte von Zofia Posmysz verschmelzen zu einem faszinierenden Ganzen.


Salzburger Nachrichten

Und spätestens, als Intendant und Regisseur David Pountney zum Schlussapplaus die 87-jährige polnische Autorin und Auschwitz-Überlebende Zofia Posmysz auf die Bühne holte, die mit ihrer Novelle die Vorlage für die Oper geliefert hatte, als sich alle von den Sitzen erhoben und ihr applaudierten, war das ein Moment, der so bewegend war, dass er auch etwas Entwaffnendes hatte. […] Weinberg setzt nun – und das ist das Erstaunlichste und wirklich Bewegende, auch überraschend Kühne an dem Werk – gerade solche Momente der höchsten dramatischen und emotionalen Intensität ohne alles Pathos, ohne Druck und äußeren Effekte in eine umso aufrichtigere Musik, die dann (auch als Zitat) ganz aus sich und dem Moment heraus wirkt. […] Von diesem wesentlichen Moment der Ehrlichkeit sind letztlich nicht nur Werk, Inszenierung und musikalische Umsetzung getragen, sondern auch die stimmdarstellerischen Leistungen, die von Elena Kellesidi (Martha), Michelle Breedt (Lisa), Arthur Rucinski (Tadeusz), Roberto Sacca (Lisas Mann) großartig und glaubhaft erfüllt werden. […] Die Bregenzer Entdeckung von Mieczyslaw Weinberg ist eine Großtat.


DPA - Deutsche Presseagentur, Hamburg

Berührende Weinberg-Oper Die Passagierin gefeiert [...] Intendant David Pountney hat wieder eine besondere Entdeckung gemacht. [...] Das Premierenpublikum am Mittwochabend war tief berührt und erschüttert. Der Schlussapplaus begann nach drei Stunden höchster Anspannung zögerlich, mündete dann aber in tosenden Beifall. [...] Weinberg hat dafür eine facettenreiche Musik geschrieben, die unter die Haut geht. [...] Das Publikum bejubelte die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Teodor Currentzis und die mit kleinen Unterschieden glänzenden Leistungen der Sänger-Solisten. [...] Mit seiner Deutung der Vergangenheitsbewältigung von Täterin und Opfer ohne übertriebene Emotionen dürfte Pountney auch Posmysz aus der Seele gesprochen haben.


Kurier, Wien

Eine Entdeckung: Mit der szenischen Uraufführung der Oper des nahezu in Vergessenheit geratenen polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) haben die Bregenzer Festspiele Pionierarbeit geleistet. Und damit Erfolg  [...] Bregenz-Intendant und Regisseur David Pountney erstellte ein bedrückendes Psychogramm des Lagerdaseins mit irrealer Hoffnung und realer Brutalität. Oper ohne Kunstfilter. [...]  Eine exemplarische, emotionale, eindringliche Oper des 20. Jahrhunderts, die das Hochpersönliche mit der weltgeschichtlichen Tragik verbindet. [...] Fazit: Verdiente Neuentdeckung


Abendzeitung Online, München

Eine „Schatzkammer von unglaublicher musikalischer Reichhaltigkeit“, verteidigt Festspielintendant und Regisseur David Pountney seinen Einsatz für Die Passagierin. Und fraglos ist in den Noten eine Menge an Originalität zu entdecken. [...] Das geht bisweilen so unter Haut, dass am Ende, als sich die Darsteller der SS-Schergen verschämt verbeugen, mancher Besucher aufhört, zu klatschen. [...] Szenisch ist das Stück bei Johan Engels (Bühne), Marie-Jeanne Lecca (Kostüme) Fabrice Kebour (Licht) und David Pountney in den besten Händen.


Welt online, Berlin

Das Premierenpublikum am Mittwochabend war tief berührt und erschüttert. [...] Dabei ist Die Passagierin alles andere als leichter Operngenuss.


Austria Presse Agentur, Bregenz, Wien 

Nach drei Stunden atemloser Spannung spendete das Publikum intensiven Beifall [...]
Mit der eindrucksvollen Inszenierung der Oper Die Passagierin [...] hat Pountney die Oper und deren Schöpfer Weinberg dem Vergessen entrissen und ein Signal für die Wiederentdeckung des von Schostakowitsch hoch geschätzten Künstlers gesetzt.
In der Deutung von Regisseur Pountney [...] dürfte Die Passagierin KZ-Opfer und Verfolgte eher vor dem Vergessen bewahren und ihnen mehr Stimme geben als so manche wissenschaftliche Abhandlung über den Holocaust.

Nach dem bejubelten Erfolg in Bregenz wird das tiefenpsychologisch fesselnde Werk, das quasi aus der Sicht der Täterin und nicht der Opfer erzählt wird, demnächst auch von den Koproduzenten in Warschau (Wielki Teatr), London (English National Opera) und Madrid (Teatro Real) übernommen. [...] Das grandiose Bühnenbild von Johan Engels kombiniert das elegante Schiffsdeck mit dem bedrückend düsteren KZ, auch die Kostüme von Marie-Jeanne Lecca überzeugen. Weinbergs vielschichtige Musik verleiht dem Psychodrama enormen Tiefgang.


Kurier, Wien

Seelenmusik und KZ-Horror [...] Bregenz-Intendant und Regisseur David Pountney erstellte ein bedrückendes Psychogramm des Lagerdaseins, mit irrealer Hoffnung und realer Brutalität. Oper ohne Kunstfilter. Bedrückende, durchaus zugängliche Seelenmusik hat Weinberg komponiert, Musik, die Ausdruck, Avantgarde und (damalige) Aktualität (bis hin zur Jazz-Musik) nahtlos zusammenbringt. [...] Eine exemplarische, emotionale, eindringliche Oper des 20. Jahrhunderts, die das Hochpersönliche mit der weltgeschichtlichen Tragik verbindet. Gerne würde man so manchen abgespielten Publikumshit dafür aus dem Opernrepertoire werfen. Völlig zu Recht Jubel für Dirigent Teodor Currentzis, der mit den Wiener Symphonikern eine intensive Fürsprache für das Werk ablieferte.


Klassik.com, Freiburg

Ein Walzer über dem Abgrund [...] David Pountneys grandiose Inszenierung zeigt kompromisslos das grausame Leben und Sterben in Auschwitz sowie die erbarmungslose Tötungsmaschinerie der Deutschen. [...] Das sehr geschickt konzipierte Bühnenbild Johan Engels' verbindet eindrucksvoll beide Handlungsebenen. [...] Eine Drehbühne zeigt immer wieder beeindruckende Szenen, auch der Chor (famos der Prager Philharmonischer Chor) ist zumeist als Kommentator und Zuschauer auf der Bühne integriert. [...] Die Passagierin ist überraschend vielschichtig durchkomponiert. [...] Der junge griechische Dirigent erinnert mit seinem expressiven Dirigierstil an seinen großen Landsmann Dimitri Mitropoulos. [...] Michelle Breedt gelingt es wunderbar, ihre Partie auch stimmlich zwischen Verzweiflung und Arroganz anzulegen und das mit einem grandiosen Sprachgefühl sowie perfekter Intonation. [...] Roberto Saccà, Marthas Diplomatengatte, beeindruckt mit seiner strahlenden Tenorstimme und mit ebenfalls perfekter Diktion. Tadeusz, Marthas Verlobter, wird vom Bariton Artur Rucinski ebenso überzeugend interpretiert wie alle weiteren Rollen. 


Weltexpress Online, Berlin

[...] kommt es einem so vor, als ob es gar keine andere Möglichkeit gegeben hätte, dieses Werk derart in Szene zu setzen [...] Eine eindrucksvolle, aufwühlende, aber auch geradezu poetische Aufführung [...] engelsgleich gesungenen Frauenstimmen .. [...] eine in Musik und Wort meisterhaft wiedergegebene existentielle Situation von Menschen, die das Politisch-Gesellschaftliche auf dem Hintergrund von Einzelschicksalen als große Oper erfahrbar macht. [...] eine zwar schwerwiegende und erschütternde, aber auch angesichts der menschlichen Solidarität der Erniedrigten tröstliche und musikalisch innigliche Oper. Herauszustellen ist die gesamte Ensembleleistung ...


Deutschlandradio, Fazit, Berlin 

Ein Triumph des Überlebens [...] Die Bregenzer Festspiele starten mit einem unvergesslichen Opernereignis: Mieczyslaw Weinbergs Die Passagierin erzählt die überwältigende Geschichte von der Begegnung einer Holocaust-Überlebenden mit einer ehemaligen KZ-Aufseherin. [...] Gelegentlich gibt es so etwas wie künstlerische Wiedergutmachung. Dazu geriet die szenische Uraufführung von Mieczyslaw Weinbergs Oper Die Passagierin im Bregenzer Festspielhaus. [...] Weinbergs Musik braucht gerade aus deutscher Sicht kein gut gemeintes, moralisch erzwungenes Wohlwollen: Sie ist zuerst exzellente Theatermusik, die die unterschiedlichsten Szenen musikdramatisch trägt und prägt. [...] Insgesamt erweist sich Weinbergs Passagierin als "weibliches Pendant" zu den Männerschicksalen in Janáčeks "Aus einem Totenhaus" - ein künstlerischer "Ritterschlag" erster Güte. [...] Diese tief beeindruckende Werkentdeckung ist aber auch Regisseur David Pountney und der dramaturgisch perfekten Bühnenlandschaft von Johan Engels zu danken. [...]
Der Schluss überwältigte: Die zuvor kahlköpfige Insassin Martha kam als grauhaarige Passagierin an den Bühnenrand und sang von der nie verblassenden Erinnerung an die toten Freundinnen – und in den schüchtern einsetzenden Applaus führte Pountney dann die 87-jährige Zofia Posmysz herein – die real Überlebende nahm ihre Kunstfigur an der Hand, das Publikum erhob sich zu einer Ehren-Ovation, denn mit dieser Uraufführung triumphierte die Kunst über das Grauen – auch dank Weinbergs Partitur. Ein unvergesslicher Moment der Opern- und Kulturgeschichte.


Spiegel Online, Hamburg 

Fast alle Zeitungen feiern Mieczyslaw Weinbergs Oper Die Passagierin: Musiktheater über Auschwitz. [...] Bei der Passagierin ist die Geschichte die Herausforderung und das Problem. Die Oper beantwortet nämlich die heikle Frage, ob der zivilisatorische Jahrhundertbruch namens Auschwitz ganz konkret auf der Bühne darstellbar ist, mit einem uneingeschränkten Ja." 


Münchner Merkur

Und ebenso behutsam nähert sich der Bregenzer Chef David Pountney mit Johan Engels (Bühne) und Marie-Jeanne Lecca (Kostüme) der Oper. [...] Elena Kelessidi als Martha mit feinherber, intensiv erfüllter Lyrik, Michelle Breedt als nie überzeichnende Lisa, Roberto Saccà als Walter mit der Präsenz des herausragenden Charakterdarstellers, vor allem auch Talia Or (Ivette), der Weinberg das vielleicht schönste Solo gönnte. Temperamentvoll, straff, mit viel Körpereinsatz, aber auch mit Sinn für die feinen Momente lotste Teodor Currentzis die Wiener Symphoniker... [...] Ob sich überhaupt eine andere Umsetzung des Stoffes denken ließe? Diese Bregenzer Aufführung besticht ja gerade in ihrer Angemessen- und Bescheidenheit.[...] Warschau, London und Madrid werden die Produktion übernehmen. Was in der Reihe fehlt: ein deutsches Opernhaus.


Deutschlandradio, Fazit, Berlin (Live-Einstieg, Wolf-Dieter Peter) 

Es ist bestechende Theatermusik, sie trägt die Situation. [...] kein moralischer Goodwill, sondern ein starkes Werk. [...] Kunst schafft die Überhöhung. [...] Ein Mahnmal, das die Kunst hier errichtet.


ORF Vorarlberg, Dornbirn 

Standing Ovations nach der Aufführung. Beim langsam einsetzenden, dann aber tosenden Schlussapplaus zeigte sich, dass das Publikum im Festspielhaus von der Oper ergriffen war.


ORF, Ö1, Wien 

Es ist ungemein faszinierend, wie Mieczysław Weinberg die Protagonisten seiner Oper zeichnet. [...] Farben- und phantasiereich aber hat er jene Szene komponiert, in den die Lager-Insassen zu Wort kommen. Da beginnt es in aller Traurigkeit und Verzweiflung auf de Bühnen und im Orchestergraben zu blühen.
Elena Kelessidi [... ] zieht das Publikum mit ihrer Stimme und Ausdruckskraft die Zuschauer völlig in ihren Bann. [...] Musikalisch wie schauspielerisch überzeugen sie alle. [...] Wiener Symphoniker spielen mit einem Höchstmaß an Intensität.


Bayrischer Rundfunk, München 

Es gibt einen magischen Augenblick in dieser fast dreistündigen Oper. Kurz vor Schluss, da hält man den Atem an und möchte Mieczysław Weinberg umarmen ... [...] Die Regie des Festspielintendanten David Pountney lässt vor allem Betroffenheit und Respekt vor dem Stück erkennen. [...]
Der magisch Moment: [...] Der Verlobte Marthas soll dem Lagerkommandanten dessen Lieblingswalzer auf der Geige vorspielen. Aber weil er weiß, dass er nichts mehr zu verlieren hat, konfrontiert der Musiker den gewissenlosen Menschen mit den humansten Klängen aus den Untiefen der deutschen Geschichte.[...] spielt Bach. [...] Allein dieses Moments wegen sollten alle Opernintendanten [...] vielleicht kurz inne halten und sich dann für die Passagierin entscheiden.


Vorarlberger Nachrichten, Schwarzach 

[...] die Herausforderung, die er nun mit der Umsetzung der Oper Die Passagierin auf sich nahm, dürfte zu den größten des Regisseurs zählen. [...] Die Regie hat einen unaufgesetzten, ehrlichen Zugang zu diesem Werk eröffnet. Dramaturgisch nachvollziehbar. [...] Mieczyslaw Weinberg erweist sich erstens als ausgezeichneter Kenner stimmlich-liedhafter Ausdrucksmöglichkeiten und er ist ein Komponist, der nicht nur treffliche Motive zu finden, sondern sie auch dramaturgisch hilfreich einzubauen versteht. [...] Mit entsprechend orchestrierten Volksliedzitaten aus der Heimat der jeweils Inhaftieren hätten wir gerechnet, dass er am Ende, wenn ein Todgeweihter eine banale Melodie für den Lagerkommandanten zu spielen hat, die schwierige, wunderschöne „Chaconne“ von Bach (gespielt von Andreas Semlitsch) einbaut, ist eine musikalisch perfekte und im humanen Ausdruck nicht mehr überbietbare Idee. [...] werden Emotionen komprimiert, vor denen sich niemand mehr entziehen kann. [...] Elena Kelessidi (Martha) schafft ihre umfangreiche Rolle mit großem Ausdrucksrepertoire und schönen, passenden Schattierungen in der Stimme. Michelle Breedt bewältigt die schwierige Partie der Lisa mit hoher Professionalität und einer am Liedfach geschulten, präzisen Stimme. [...] Musik wird zur Sprache, die hier in der Tat alle verstehen und die sich dem Zuhörer unmittelbar erschließt. [...] Musiktheater, das diese tiefe, humane, stets gültige Botschaft enthält [...] Ein Effekt, den das Uraufführungspublikum mit entsprechenden, überaus positiven Reaktionen bestätigte.


Kommentar von Christa Dietrich, Vorarlberger Nachrichten, Schwarzach 

Man gewann den Eindruck, dass das Publikum noch gar nicht gehen wollte. [...] Es ist aber keinesfalls übertrieben, wenn man festhält, dass die Bregenzer Festspiele nicht erst heuer, aber im Besonderen nun mit Mieczyslaw Weinberg eine Pionierfunktion einnehmen [...] Von Warschau bis New York wird die Oper „Die Passagierin“ nachgespielt. Wie viel das bedeutet, darf sich das Publikum hier in der Region ruhig vor Augen halten. Von den reizvollen musikalischen Einfällen – gut und berührend dargebracht von den Wiener Symphonikern – dürfte es schon angesteckt worden sein.


Leipziger Volkszeitung Online, Leipzig 

Die Passagierin begeistert in Bregenz [...] Weinberg hat dafür eine facettenreiche Musik geschrieben, die unter die Haut geht - von zarten poetischen Tönen bis zu jazzigen Rhythmen, Walzern und Melodien wie Filmmusik. Das Publikum bejubelte die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Teodor Currentzis und die mit kleinen Unterschieden glänzenden Leistungen der Sänger-Solisten. [...]


Aachener Zeitung Online

Wer den polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) nicht kennt, muss kein Kulturbanause sein. Denn selbst der Bregenzer Festspielintendant David Pountney ist nur durch Zufall auf den Zeitgenossen und Freund von Dmitri Schostakowitsch gestoßen. [...] Denn die Bösen sind nicht nur böse, die Guten nicht nur gut. [...] Um Weinberg dem Vergessen zu entreißen, hat Pountney dessen Werk gleich zum Themenschwerpunkt des vierwöchigen Kulturfestivals gemacht, das unter dem Motto „In der Fremde“ steht.


Siegfried Schibli von der "Basler Zeitung" im ORF Interview (21. Juli) 

Bin sehr positiv überrascht. [...] Ein Stoff, der mich zunehmend gepackt hat. Im zweiten Akt gewinnt die Oper zunehmend an Überzeugungskraft und "musikalisch an Dichte". [...] positives Fazit. [...] Die Wahl dieser Oper war eine sehr mutige Tat. [...] Martha ist absolut "abendfüllend".


Markus Thiel vom "Münchner Merkur" im ORF Interview (21. Juli) 

Die Oper hat mich schon überzeugt. [...] Die Vorsicht, mit der hier mit dem Werk umgegangen wird, ist sehr angemessen. [...] Orchester mit sehr großem "Körpereinsatz" geführt. [...] wunderbare Leistung vom Orchester und Dirigenten. [...] Die Symphoniker haben fast zu schön gespielt, um wahr zu sein.


Eleonore Büning von der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" im ORF Interview (21. Juli) 

Das ist richtig gute Musik. [...] fantastisch instrumentierte Musik. [...] Mieczysław Weinbergs wieder zu entdecken ist absolut überwältigend und ich frage mich die ganze Zeit, warum das so spät kommt. [...] perfekt inszeniert.


Fokus Online, München

Als die 86-jährige Auschwitz-Überlebende Zofia Posmysz, Autorin des Romans, der Weinberg als Vorlage diente, am Ende die Bühne betrat, wurde sie mit Ovationen geehrt. [...] Der Schauplatz des Psychodramas wechselt ständig zwischen dem strahlend-weißen Promenadendeck des Luxusdampfers auf der oberen Ebene des Bühnenbilds (Johan Engels) und der zwar stilisierten, aber bedrückenden Düsternis des KZ in der unteren Hälfte. [...] Trotz des Wechsels der Geschichte zwischen Himmel und Hölle, Schwarz und Weiß, hat Regisseur Pountney keines der herkömmlichen Holocaust-Dramen geschaffen.


Giessener Allgemeine Online

Zum Auftakt der Bregenzer Festspiele hat er Weinbergs Oper Die Passagierin zum ersten Mal in szenischer Aufführung auf die Bühne gebracht. [...] Weinberg selbst hat seine Familie in einem polnischen Lager verloren. Aus Warschau flüchtete er in die Sowjetunion, wo er unter den antisemitischen Pogromen der Stalin-Ära litt. Doch er konnte Musik studieren und komponieren.


Neue Vorarlberger Tageszeitung, Schwarzach

Tief bewegt hat das Publikum die Premiere von Weinbergs Oper Die Passagierin aufgenommen.
Die Inszenierung von David Pountney entwickelte in ihrer Gesamtheit eine ungeheure Sogkraft.
Nicht nur die Thematik der Oper, sondern die Gesamtheit der Inszenierung von David Pountney im Zusammenwirken von Musik, Bühne und Licht entwickelt eine ungeheure Sogkraft. Die facettenreiche Musik von Mieczyslaw Weinberg und die berührende Geschichte von Zofia Posmysz verschmelzen zu einem faszinierenden Ganzen. [...] Die Messlatte für spätere Inszenierungen liegt durch die dichte, von großem Respekt erfüllte Regie David Pountneys, das so eindrückliche Bühnenbild von Johan Engels, die ¬Kostüme von Marie-Jeanne Lecca und die Lichtgestaltung von Fabrice ¬Kebour allerdings hoch. [...] Präsent und farbig [...]Mit den ungemein präsent und farbig aufspielenden Wiener Symphonikern arbeitet Teodor Currentzis mit präziser Zeichengebung die Vielschichtigkeit von Weinbergs Musik heraus. [...]  Auch die Sängerinnen und Sänger lassen sich von der Geschichte hineinziehen. Elena Kelessidi ist mit ihrem ausdrucksvollen Sopran, in Haltung und Körpersprache eine berührende Martha, der man die Stärke und innere Kraft der Gefangenen voll und ganz abnimmt.


Kronenzeitung, Vorarlberg, Wien

Verständlich, statt komplex – Mieczyslaw Weinbergs Oper Die Passagierin erwies sich als echter Glücksgriff der Bregenzer Festspiele. [...] Wohlüberlegt, sparsam, detailgerecht, mit guter Personenführung und kraftvoller Symbolik. [...] Die Lichtregie von Fabrice Kebour ist großartig. [...] Langeweile kommt da keinen Moment auf. Das schaffen vor allem die bedien Hauptdarstellerinnen Elena Kelessidi als Martha und Michelle Breedt als Lisa. Beide bewältigen ihre Partien stimmlich wie darstellerisch mit viel Engagement souverän.


Tiroler Tageszeitung

Ergreifende szenische Erstaufführung 42 Jahre nach der Vollendung von Mieczyslaw Winberg Oper „Die Passagierin“ zur Eröffnung der Bregenzer Festspiele. […] Mit dem jungen griechischen Dirigenten Teodor Currentzis am Pult wissen die Wiener Symphoniker das facettenreiche Bild der Partitur mit ihren scharfen Gegensätzen klar zum Ausdruck zu bringen und ein wichtiges Plädoyer für den Komonisten Weinberg zu halten. Das Gleiche gilt für die stimmlich und darstellerisch exzellente Besetzung. Beherrscht wird die Bühne von den beiden willensstarken Widersacherinnen: Michelle Breedts Lisa mit durchschlagskräftigem Mezzosopran und Elena Kelessidis expressiver Martha mit berührenden Piani.


Wiener Zeitung

Eine Oper gegen das kollektive Vergessen [...] David Pountney gelingt eine schlichte, absolut überzeugende Inszenierung in der klugen und raffiniert gebauten Bühne von Johan Engels. [...] Pountney erzählt die Geschichte darin stringent, ohne zu kommentieren, bezieht Position, ohne zu urteilen. Auch die Sänger überzeugen restlos. [...] Ein Signal gegen das Vergessen zu setzen, das ist der Produktion auf jeden Fall gelungen. 


Oberösterreichische Nachrichten, Linz

So darf man über Auschwitz singen [...] Nach drei Stunden atemloser Spannung spendete das Premierenpublikum geradezu erlösenden Beifall. Weinbergs Oper ist eines der großartigsten musikdramatischen Werke des 20. Jahrhunderts. [...] Diese Vergangenheit ist der Kern der Oper, der betroffen macht, und der die Gräuel in Szene setzt. Das ist Hausherrn David Pountney meisterhaft gelungen. Besser konnte man diese Oper nicht inszenieren ... [...] In keiner Sekunde ließ die Spannung nach. Dazu trug auch das beeindruckende Bühnenbild von Johan Engels bei [...] Ein szenisches Gesamtkunstwerk, in das sich die emotional bewegende musikalische Interpretation von Teodor Currentzis mitreißend einband.


Frankfurter Rundschau

Johann Engels Bühnengestaltung achtete auf sinnfällige Kontrastierung: oben das helle Schiffsdeck, unten die Kavernen von Auschwitz mit der geöffneten Breitseite eines auf Schienen rollenden Eisenbahnwaggons als Gefangenen-Interieur. Ganz im Sinne von Weinberg vermochte sich der Zuschauer und Zuhörer bei den Häftlingen auf beklemmende Weise „zuhause“ fühlen. Eine nicht himmelstürmende, aber achtbare und den Ernst der Werksphäre ohne alle Faxen respektierende szenische Realisierung. Hervorragend die musikalische Seite mit dem passionierten Dirigenten Teodor Currentzis, den liebevoll einstudierten Wiener Philharmonikern und dem markant eingesetzten Chor (Philharmonischer Chor Prag). Die auf fast immaterielle Weise blühende Stimme der Martha von Elena Kelessidi wird man noch lange in Erinnerung behalten. Wie es denn nach dieser Aufführung unmöglich sein dürfte, die Künstlerschaft Mieczyslaw Weinbergs wieder zu vergessen.


Kultiversum, Berlin

Eine erschütternde Auschwitz-Geschichte in einer beeindruckenden Operninszenierung: Die Passagierin von Mieczyslaw Weinberg in Bregenz. [...] Das Premierenpublikum traut sich anfangs kaum zu klatschen, zu schwer wiegt der Eindruck dieses Abends, zu sehr nimmt diese auf realen Personen basierende Geschichte mit. [...] Die Wiener Symphoniker sind unter der Leitung von Teodor Currentzis von Beginn an präsent. [...] Eine Oper, die versucht, das Unsagbare erfahrbar zu machen? Nach der beeindruckenden Bregenzer Aufführung von Weinbergs Passagierin muss man sagen: Ja, es ist möglich.


Südwest Presse, Ulm 

Das Solistenensemble ist durchweg festspielreif. [...] Michelle Breedt, bis vor kurzem als Brangäne in Bayreuth zu hören, verleiht ihrer Lisa einen vollen, strömenden Mezzosopran [...] Der polnischen Lagergefangenen Martha verleiht Elena Kelessidi eine unbeirrbare Klarheit inmitten von grausamen Prügelszenen und zudem einen wunderschön warmen, beseelten Sopran. [...] Wie das Orchester, stellvertretend für die Gefangenen, die Bach-Klänge aufgreift und in ein wuchtiges Requiem mit düsteren Glocken überführt, zählt zu den bewegendsten Szenen der Oper. [...] Ein Extra-Kompliment geht an Teodor Currentzis: Der junge griechische Dirigent zeigt mit den Wiener Symphonikern die ungeheure Bandbreite von Weinbergs moderat-moderner Musik [...]


Freie Presse, Chemnitz 

In die Hölle der Erinnerung zurückgestoßen [...] Bei der "Passagierin" ist die Geschichte die Herausforderung und das Problem. Sie beantwortet nämlich die heikle Frage, ob der zivilisatorische Jahrhundertbruch namens Auschwitz ganz konkret auf der Bühne darstellbar ist, mit einem uneingeschränkten Ja. [...] Die Passagierin ist ein Musiktheater Monument gegen das Vergessen. Und leider, längst keineswegs überflüssig. 


Österreich, Wien

„Fantastische Musik, perfekt inszeniert“. Voller Erfolg für die Bregenzer Festspiele: Die Premiere von Mieczyslaw Weinbergs Oper Die Passagierin wurde mit Ovationen bedacht. Die erste Premiere der Bregenzer Festspiele passte perfekt zum Leitthema In der Fremde.


Allgäuer Zeitung, Augsburg

Die Premierenbesucher erlebten einen berührenden Opernabend. Das Stück Weinbergs und seine Umsetzung durch Festspielintendant und Regisseur David Pountney sind eine tiefe Verbeugung vor den Opfern des Nazi-Terrors. […] David Pountney kommt ohne überbordende Brutalität, ohne plakative Grausamkeit aus, wenn er das Grauen der Menschenvernichtung beschreibt. Er verzichtet auf Bilder von Leichenbergen und Kleiderhaufen. Er vertraut auf die Erinnerung von Zofia Posmysz, die den Getöteten Namen und Gesichter gab. […] Großen Raum haben die leisen Töne dieser Oper. In seiner feinsinnigen Interpretation verlangt Dirigent Teodor Currentzis den Sängerinnen und Sängern sehr viel ab. Elena Kelessidi als Martha und Michelle Breedt als Aufseherin Franz singen mit klaren und ausdrucksstarken Stimmen. Hochachtung verdient der Prager Philharmonische Chor, der mit wunderschönen Stimmen seinen schwierigen Part sicher meisterte. Das gewagte Unterfangen, eine Holocaust-Oper zu inszenieren, ist David Pountney gelungen, weil er sich in den Dienst der Zeitzeugen Posmysz und Weinberg gestellt hat und über Routine als Regisseur verfügt.


Volksblatt Liechtenstein, Vaduz 

Totentanz auf weißem Deck [...] In der grandios geradlinigen Inszenierung von Festspielintendant David Pountney, unter der aufwühlenden und vielschichtigen, zuweilen auch geisterhaften Musik Weinbergs und im Libretto wird die Frage nach dem „Warum“ auch nicht beantwortet. [...] Und so leistete Die Passagierin in Bregenz Aufarbeitung und Aufklärung im besten Sinn. Uneingeschränkt empfehlenswert.
Liechtensteiner Vaterland, Vaduz
Die beiden Zeitebenen verlegt Regisseur David Pountney gekonnt auf zwei optische Ebenen. [...] Farbenreich und vielseitig präsentierten sich die groß besetzten Wiener Symphoniker unter der Leitung von Teodor Currentzis. [...] Die sängerische Leistung der Solisten ließ keine Wünsche offen. Besondere gesangliche Highlights waren dabei mit Sicherheit das komplett a capella dargebotene russische Volkslied (Svetlana Doneva) und die Schlussarie der Martha, die eindrücklich belegten, dass Die Passagierin auch eine Oper der leisen Töne ist.


Der Landbote, Winterthur 

Ein bewegendes Werk, eine intensive Aufführung [...] Die szenische Uraufführung von Mieczyslaw Weinbergers Oper Die Passagierin war ein Abend für die Musikgeschichte. [...] die schwierige Mission eines Theaters, das vor der ungeheuren Wirklichkeit bestehen muss. [...] die Wiener Symphoniker haben eine herausfordernde Partitur vor sich, mit der sie sich unter der Leitung von Teodor Currentzis zunehmend – so der Eindruck an der Premiere – rückhaltloser, drängender identifizieren. [...] der Prager Philharmonische Chor, dessen große Klangkultur den Abend ebenso prägte wie die intensive Gestaltung der Solisten, die auch den Nebenfiguren Gewicht gaben. [...] Michelle Breedt als Lisa mit dramatischer Verve [...] stark in seiner unbeugsamen Präsenz ist Artur Rucinski als Tadeusz und großartig Elena Kelessidi als Martha, die eigentliche Hauptfigur der Oper, mit einem lichtvollen Sopran und aller Innigkeit der Kantilene, die sie in ihrer Arie über das Sterben und im stillen Epilog entfaltet.

 

Neues Volksblatt, Linz 

Beklemmende Konfrontation mit der Vergangenheit [...] Pountney Inszenierung ist eine großer Wurf [...]
Die szenische Umsetzung durch Intendant David Pountney kann jedoch als vorbildlich bezeichnet werden. Die gleichzeitige Bewältigung der verschiedenen Handlungsebenen ist faszinierend. [...] perfekte Personenführung. [...] Die Wiener Symphoniker überzeugten unter dem 38jährigen Griechen Teodor Currentzis durch Präzision und Klangschönheit.


Anzeiger von Uster, Wetzikon

Michelle Breedt spielte und sang die Lisa, die von ihrer SS-Vergangenheit eingeholt wird, mit grossem Atem, brillant geführter Stimme und einer subtilen Mischung aus Weiblichkeit und Mörderin. Als ihr Ehemann Walter gab Roberto Saccà eine souveräne, stimmlich facettenreiche Gestalt, welcher die Wahrheit über seine Frau nur schwer, aber schliesslich dann doch verkraftet. Grossartig auch die weiblichen Gefangenen im KZ, die von David Pountney in ihrem originalgetreuen Eisenbahnwagen mit engen Kojen eindrücklich geführt werden. […] Gekrönt wurde die insgesamt beeindruckende künstlerische Leistung vom suggestiv, sehr homogen und klangschön singenden Prager Philharmonischen Chor, den Lukás Vasilek vorbereitet hat.“


Basellandschaftliche Zeitung, Liestal 

Am Tag vor der Wiederaufnahme von Verdis Aida auf der Seebühne feierte Intendant und Regisseur David Pountney mit Die Passagierin einen Triumph.


Esslinger Zeitung bzw. Ludwigsburger Kreiszeitung

David Pountneys Inszenierung und die Authentizität des Librettos bewältigen diesen Abstieg vom Oberdeck der Gegenwart in das Dunkel der Erinnerung aufs Eindringlichste. Vor allem jedoch ist es die ungeheuer bildhafte, wandlungsfähige Musik Weinbergs, welche Grauen, Verzweiflung, Liebe und Solidarität expressiv nahe bringt. Die orchestralen Feinheiten wurden von Teodor Currentzis und den Wiener Symphonikern in großartig farbiger Vielfalt musiziert. […] Am Ende ist Lisa, großartig gesungen und gespielt von Michelle Breedt, vor ihrem eigenen Gewissen überführt. In einem Epilog, in dem Weinberg die Summe seiner expressiven Musiksprache zieht, warnt Elena Kelessidi, die sängerisch und schauspielerisch phänomenale Darstellerin der Martha, vor dem Vergessen.


Frankfurter Neue Presse 

Regiezauberer Pountney setzte dem Stoff eine politische Dornenkrone auf. Seine Inszenierung klagt das „Wegsehen“ der deutschen und österreichischen Nachkriegsgesellschaft an. […] Die Wiener Symphoniker, vom jungen russischen Staatsope-Novosibirsk-Maestro Teodor Currentzis leidenschaftlich dirigiert, motivieren ein brillant singendes und sprechspielendes Ensemble zur Höchstleistung.


Südwest Presse, Ulm

Wie das Orchester, stellvertretend für die Gefangenen, die Bach-Klänge aufgreift und in ein wuchtiges Requiem mit düsteren Glocken überführt, zählt zu den bewegendsten Szenen der Oper. […] Ein Extra-Kompliment geht an Teodor Currentzis: Der junge griechische Dirigent übrigens Chef der Oper Nowosibirsk, zeigt mit den Wiener Symphonikern die ungeheure Bandbreite von Weinbergs moderat-moderner Musik, die auch Latin-Groove, Jazz, Klezmer-Elemente, Volkslied-Zitate und Schubert-Fragmente integriert.


ORF Teletext, Wien 

Die tief berührende szenische Erstaufführung der Oper Die Passagierin des weitgehend unbekannten polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) stand am Abend im Festspielhaus am Beginn der 65. Bregenzer Festspiele. [...] erlösenden Beifall für alle Protagonisten.


Neue Osnabrücker Zeitung

Im Festspielhaus neben der Seebühne hat David Pountney die Auschwitz-Oper Die Passagierin des polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg erstmals auf die Opernbühne gebracht – eine Entdeckung für Kenner und Liebhaber.


Dresdner Neueste Nachrichten

Bei der Passagierin ist die Geschichte die Herausforderung und das Problem. Sie beantwortet nämlich die heikle Frage, ob der zivilisatorische Jahrhundertbruch namens Auschwitz ganz konkret auf der Bühne darstellbar ist, mit einem uneingeschränkten Ja. […] Die Passagierin ist ein Musiktheater-Monument gegen das Vergessen und bezieht ihre Überzeugungskraft aus einer spürbaren Authentizität ebenso wie aus der Verknüpfung von Opfer- und Täterperspektive.


Aachener Zeitung/ Aachener Nachrichten

Unpathetisch, kraftvoll, mit viel Einfühlungsvermögen für Täter und Opfer, deren Grenzen zeitweise verschwimmen, verzichtet das Libretto auf plakative Darstellungen der Gräuel. Es lässt die Menschen sprechen, ihre Gefühle, Träume und Ängste. […] Dass das Ganze nicht in harmlos-unverbindlichen Filmkitsch abgleitet, ist dem sensiblen Libretto, der behutsamen Regie und der grandiosen Musik zu verdanken. […] Grandios auch die musikalische Umsetzung unter der Leitung des jungen sibirischen Dirigenten Teodor Currentzis aus Nowosibirsk, der die Musik mit den Wiener Symphonikern wie besten Schostakowitsch ausleuchten lässt und deren Pulsschlag mit traumhafter Sicherheit erspürt. 


Südthüringer Zeitung, Bad Salzungen

Zum Auftakt der Bregenzer Festspiele hat die szenische Uraufführung der Oper Die Passagierin des polnisch-russischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) das Publikum am Mittwochabend tief erschüttert. Der Schlussapplaus begann zögerlich, mündete aber in tosenden Beifall.


Kieler Nachrichten

Das machte der junge russische Dirigent Teodor Currentzis mit den Wiener Symphonikern auf fesselnde Weise klar: mit sicht- und spürbarem dramatischem Engagement führt er ein glänzendes Ensemble zu einem Triumph – voran Elena Kèlessidi (Martha), Svetlana Doneva (Widerstandskämpferin) und Michelle Breedt (Anna) sowie mit herrlichem Bariton den Tadeusz von Arthur Rucinski. Diese tief beeindruckende Werkentdeckung ist aber auch Regisseur David Pountney und der dramaturgisch perfekten Bühnenlandschaft von Johan Engels zu danken […]. Der Schluss überwältigte: […] das Publikum erob sich zu einer Ehren-Ovation, denn mit dieser Uraufführung triumphierte die Kunst über das Grauen – auch dank Weinbergs Partitur. Ein unvergesslicher Moment der Opern- und Kulturgeschichte.


Nordbayerischer Kurier, Bayreuth bzw. Badische Zeitung, Freiburg

In einem kunstvollen Geflecht von Rückblenden dringt die Oper tief in die Schicksale aller Beteiligten ein. Vor allem aber ist es Weinbergs Musiksprache, die den Zuhörer in das Geschehen hineinzieht. […] Dass diese Musik so viel Empathie schafft, ist nicht zuletzt dem griechischen Dirigenten Teodor Currentzis und den berauschend spielenden Wiener Symphonikern zu verdanken. […] 


Hannoversche Allgemeine Zeitung

Das Publikum erhob sich spontan, und wenn Ovationen im Stehen im Laufe der Operngeschichte einmal wirklich gerechtfertigt waren, dann hier, für diese bewundernswerte Frau.


Musicalamerica.com

By far the most important event was the world stage premiere of „The Passenger“[…]. It is, indeed, a great undiscovered masterpiece and is already scheduled for subsequent performances in Warsaw, London, and Madrid with negotiations underway to bring it to New York. […] The opera is everything Shostakovich says it is and, in Pountney’s staging, an overpowering emotional experience. […] Among a large, dedicated cast, Elena Kelessidi as Martha and Michelle Breedt as Lisa gave heroic performances on extraordinarily draining roles […]. Also outstanding were Artur Rucinski as Tadeusz and Roberto Saccá as Walter. Leading the Wiener Symphoniker, Teodor Currentzis more than made a case for “The Passenger” to take its rightful place among the great operas of the 20th century.