Die Passagierin
Überleben und Erinnern
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Mieczyslaw Weinbergs Die Passagierin als Oper im Festspielhaus
Zwei junge Frauen, beide unterwegs in ein neues, anderes Leben, werden auf einem Schiff von ihrer gemeinsamen Geschichte eingeholt: Mieczysław Weinbergs Die Passagierin, basierend auf dem gleichnamigen Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz, ist im Sommer 2010 als Oper im Festspielhaus zu sehen. 1968 vollendet, wurde das Werk des polnisch-russischen Komponisten erst 2006 in konzertanter Form in Moskau uraufgeführt.
Die Passagierin spielt in den frühen 60er Jahren auf einem Ozeanliner, der in Richtung Brasilien unterwegs ist. An Bord befindet sich auch ein deutscher Diplomat, der in Begleitung seiner jungen Ehefrau Lisa nach Südamerika reist, um dort einen neuen Posten anzutreten. Zu ihrem großen Schrecken erkennt Lisa unter den anderen Passagieren eine Frau, die sie eigentlich für tot hält. Angesichts dieser schockierenden Begegnung offenbart sie ihrem Ehemann, dass sie einst SS-Aufseherin in Auschwitz war. Von nun an wechselt der Schauplatz der Oper zwischen dem Schiff und dem Konzentrationslager Auschwitz hin und her: Während Lisa versucht, die Erinnerung an ihre zwiespältige Beziehung zu der Lagergefangenen Martha zu bewältigen, kämpft ihr Mann mit der Enthüllung einer Vergangenheit, die ihm seine Frau in einem völlig neuen Licht zeigt.
Erschütternd, prägnant, dramatisch
Die Passagierin gilt als Werk von außergewöhnlicher Originalität und gigantischen Ausmaßen. Schostakowitsch selbst nannte Weinbergs Oper ein Meisterwerk und versuchte, all seinen Einfluss geltend zu machen, um sie auf die Bühne zu bringen: "Ich werde nicht müde, mich für diese Oper zu begeistern. Die Musik erschüttert mit ihrer Dramatik. Sie ist prägnant und bildhaft, es gibt in ihr keine einzige 'leere', gleichgültige Note." Doch auch dieses flammende Plädoyer half nichts: Obwohl vier sowjetische Opernhäuser damals großes Interesse an einer Aufführung bekundeten, legten die kulturellen Autoritäten jedes Mal ihr Veto ein.
David Pountney inszeniert
Neben Intendant David Pountney haben auch die anderen Mitglieder des Regieteams für Die Passagierin ihr Können auch schon in Bregenz unter Beweis gestellt: Gemeinsam mit Bühnenbildner Johan Engels und Marie-Jeanne Lecca, die für die Kostüme verantwortlich zeichnet, hat Pountney im Sommer 2005 bereits Carl Nielsens farbenfrohe Oper Maskerade inszeniert. Am Pult der Wiener Symphoniker steht Teodor Currentzis. Premiere von Die Passagierin ist am 21. Juli 2010.
© Babette Karner
Die Bregenzer Festspiele 2010 finden vom 21. Juli bis zum 22. August 2010 statt. Tickets und Infos unter +43 (0)5574 407-6 und
www.bregenzerfestspiele.com
Oper im Festspielhaus
Die Passagierin
Premiere:
21. Juli 2010 - 19.30 Uhr
Weitere Aufführungen:
26. Juli – 19.30 Uhr
28. Juli - 19.30 Uhr
31. Juli - 11.00 Uhr
Festspielhaus
Musikalische Leitung: Teodor Currentzis
Inszenierung: David Pountney
Bühne: Johan Engels
Kostüme: Marie-Jeanne Lecca
Licht: Fabrice Kebour
Chorleitung: Lukáš Vasilek
Wiener Symphoniker
Prager Philharmonischer Chor
Preise: EUR 95/80/65/50/40 (Premierenzuschlag (Kat. 1-3): pro Ticket EUR 25)
Videos
© Bregenzer Festspiele
Mieczyslaw Weinbergs Die Passagierin als Oper im Festspielhaus
Zwei junge Frauen, beide unterwegs in ein neues, anderes Leben, werden auf einem Schiff von ihrer gemeinsamen Geschichte eingeholt: Mieczysław Weinbergs Die Passagierin, basierend auf dem gleichnamigen Roman der polnischen Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz, ist im Sommer 2010 als Oper im Festspielhaus zu sehen.
Dokumente
© Bregenzer Festspiele
Biografie von Zofia Posmysz, Auschwitz-Überlebende und Autorin von Die Passagierin.
© Bregenzer Festspiele
Das Vorwort des Komponisten Dmitri Schostakowitsch, erschienen 1974 im Klavierauszug von Weinbergs Oper Die Passagierin.
© Bregenzer Festspiele/all4radio
Abschrift O-Ton von Zofia Posmysz, Auschwitz-Überlebende, auf deren Roman Die Passagierin die Oper im Festspielhaus beruht.
© Bregenzer Festspiele / Babette Karner
"Du hättest nach New York gehen können“, soll seine Mutter gesagt haben, als sich der junge griechische Dirigent Teodor Currentzis 1994 entschloss, sein Musikstudium in St. Petersburg fortzusetzen. Er jedoch wendete sich weiter gen Osten: Seit 2003 ist er Chefdirigent an Russlands größtem Opernhaus im fernen Novosibirsk. Im Bregenzer Festspielhaus ist der 38jährige am Pult von Mieczysław Weinbergs Die Passagierin zu erleben.
© Bregenzer Festspiele / Babette Karner
Passagierin-Regisseur David Pountney über Schuld, Erinnerung und über die Frage, wie ganz normale Menschen Teil eines menschenverachtenden Systems werden können.
Audioclips
© Bregenzer Festspiele/all4radio
O-Ton Zofia Posmysz, Auschwitz-Überlebende, auf deren Roman Die Passagierin die Oper im Festspielhaus beruht: "Ich habe Die Passagierin 1995 geschrieben. Und jetzt, so viele Jahre danach, lebt sie noch. Und wenn es hier in Bregenz auf so einer Bühne gezeigt wird ist das, glaube ich, alles, was ich erwarten konnte."






